Eine aktuelle Studie in Deutschland zeigt, dass jeder fünfte Deutsche im Alter von 14 bis 29 Jahren plant, das Land auf der Suche nach einem besseren Leben zu verlassen, berichtet Deutsche Welle (DW).

Die Studie, die zu Beginn dieses Jahres von dem in Deutschland ansässigen Forschungsunternehmen Datajockey Verlag durchgeführt wurde, hat ergeben, dass ein Fünftel der jungen Deutschen aktiv plant, Deutschland zu verlassen. Bis zu 41 Prozent der Befragten äußerten, dass sie sich vorstellen könnten, langfristig im Ausland zu leben.

Gründe für die Emigration

Die Befragten führten unter anderem Bedenken bezüglich der wirtschaftlichen Sicherheit inmitten der stagnierenden Wirtschaft des Landes an. Steigende Wohnkosten, schwache Karriereperspektiven aufgrund von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie zunehmende finanzielle Belastungen erschweren es vielen, unabhängig zu werden.

Simon Schnetzer vom Datajockey Verlag bemerkte dazu: „Die Ergebnisse der Studie zeigen auf dramatische Weise, wie stark die Belastungen der letzten Jahre auf die junge Generation wirken — in Form von Stress, Erschöpfung und einem wachsenden Gefühl der Perspektivlosigkeit.“

Psychische Gesundheit der Jugend

Besonders alarmierend ist die Zunahme psychischer Gesundheitsprobleme unter jungen Deutschen. Rekordbrechende 29 Prozent der Befragten gaben an, psychologische Unterstützung zu benötigen, wobei dieser Wert unter Frauen auf 34 Prozent, unter Studierenden auf 32 Prozent und unter arbeitslosen jungen Menschen sogar auf 42 Prozent steigt.

Viele der Teilnehmenden wendeten sich zunehmend an KI-gestützte Beratungsdienste, um mit ihren persönlichen Problemen umzugehen. Die Hoffnung auf “bessere Jobs, erschwinglicheren Wohnraum und bessere Rentenbedingungen” verbindet die Mehrheit der Befragten.

Beliebte Auswanderungsziele

Laut statistischen Informationen, die von DW in einem veröffentlichten Video zitiert werden, sind die Schweiz, Österreich und die USA im Jahr 2024 die drei beliebtesten Länder unter deutschen Auswanderern.

Politische Extremismen unter der Jugend

Darüber hinaus hat DW festgestellt, dass die „Gen Z“-Generation in Deutschland verstärkt zu politischen Extremen neigt. Ein Bericht von Tagesschau beschreibt, dass 21 Prozent der Deutschen unter 25 Jahren für die migrationskritische Alternative für Deutschland (AfD) und 19 Prozent für die linke Partei Die Linke gestimmt haben.

Die „Zunahme der rechtsextremen“ Parteien veranlasst ebenfalls viele junge Menschen, einen Auswanderung zu überlegen. “Ich glaube, dass jeder meiner Freunde darüber nachdenkt — besonders wenn man Teil einer Minderheit ist,” sagt As Riff, eine Masterstudentin der Sozial- und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin.

Sie äußert ihre Besorgnis über die Einsparungen im Kulturbereich und befürchtet, dass der Faschismus auf dem Vormarsch sei. Ein 29-jähriger Jurastudent aus Hamburg, der sich Frederick nennt, hat während seines Aufenthalts in Tokio die Unterschiede im Lebensstil geschätzt und denkt nun über einen Umzug dorthin nach. Es ging ihm nicht um Geld, sondern um eine andere Lebensweise.