Im Schatten der neuen Regelungen zur Regulierung von Stablecoins stehen sowohl die Banken als auch die Verbraucher vor entscheidenden Herausforderungen. Der GENIUS Act, der im Juli 2025 in Kraft trat, verlangt von den Stablecoin-Emittenten, dass sie ihre ausgegebenen Stablecoins mit Reserven mindestens im Verhältnis eins zu eins absichern. Diese Reserven dürfen nur aus bestimmten, festgelegten Vermögenswerten bestehen, wie etwa US-Dollar, Bundesbanknoten und Gelder, die bei bestimmten versicherten oder regulierten Depotinstituten gehalten werden.

Die emotionale Debatte dreht sich jedoch um das Verbot, dass Stablecoin-Emittenten ihren Nutzern keine Form von Zinsen oder Renditen bieten dürfen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass das Verbot zwar strikt ist, aber nicht explizit Affiliate- oder Drittarrangements ausschließt, die möglicherweise zinsbringende Produkte anbieten könnten. Eine weitere Facette dieser Regelung ist die Befürchtung, dass attraktive Renditen bei Stablecoins Verbraucher dazu veranlassen könnten, ihr Geld aus traditionellen Bankkonten abzuziehen.

Die Auswirkungen auf die Bankenlandschaft

Die Sorge über eine mögliche Verlagerung von Geldern hin zu Stablecoins, die vollumfänglich mit Reserven hinterlegt sind und nicht in Kredite investiert werden, könnte das Bankensystem gefährden. Analysen schätzen die möglichen Auswirkungen auf die Kreditvergabe in Milliardenhöhe. Eine Untersuchung prognostiziert, dass die Eliminierung von Stablecoin-Renditen die Kreditvergabe der Banken um 2,1 Milliarden Dollar steigern könnte, was einer Erhöhung von 0,02 % entspricht. Dabei wäre der Nutzen jedoch mit Kosten von 800 Millionen Dollar verbunden, was zu einem Kosten-Nutzen-Verhältnis von 6,6 führt.

Ein interessanter Punkt ist, dass große Banken voraussichtlich 76 % dieser zusätzlichen Kredite vergeben würden, während kleine Banken, die weniger als 10 Milliarden Dollar an Vermögenswerten haben, nur 24 % der zusätzlichen Kreditvergabe ausmachen würden. Aus der Modellrechnung ergibt sich, dass dies 500 Millionen Dollar an zusätzlichen Krediten von den kleinen Banken bedeutet, was eine Steigerung von 0,026 % zur Folge hat.

Wirtschaftliche Schlussfolgerungen

Selbst unter der Annahme der ungünstigsten Bedingungen ergibt die Modellrechnung nur 531 Milliarden Dollar an zusätzlichen aggregierten Krediten, was einer Steigerung von 4,4 % der Bankkredite bis zum vierten Quartal 2025 entspricht. Diese Zahl setzt voraus, dass der Stablecoin-Markt sein aktuelles Volumen auf das Sechsfache der Einlagen ausweiten muss, alle Reserven in unverzinslichen Barbeständen und nicht in Staatsanleihen gebunden sind und die Federal Reserve ihre gegenwärtige Geldpolitik aufgibt. Selbst bei diesen weit hergeholten Annahmen würde die Kreditvergabe durch Community-Banken nur um 129 Milliarden Dollar steigen, was einer Erhöhung von 6,7 % entspricht.

Zusammengefasst zeigt sich, dass ein Verbot von Renditen für Stablecoins nur begrenzte Auswirkungen auf die Absicherung der Banken haben würde, während die Vorteile für die Verbraucher, die durch wettbewerbsfähige Renditen bei Stablecoin-Beständen entstehen, vernachlässigt würden.