U.S. Präsident Donald Trump wird von den Bürgern des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Deutschlands als entschieden stärkerer Führer wahrgenommen als ihre eigenen Staatsoberhäupter, so eine Umfrage.

Die robuste Haltung, die die zweite Trump-Administration gegenüber Europa in Fragen der Verteidigung, des Handels und der westlichen Freiheiten eingenommen hat, hat scheinbar das Ansehen des amerikanischen Führers in den Augen vieler Europäer angehoben. Viele betrachten Präsident Trump nun als einen, der einen größeren Einfluss auf ihre Länder hat als die eigenen Führer.

Umfrageergebnisse zeigen klare Tendenzen

Laut einer Umfrage, die die britische Umfragefirma Public First im Auftrag von POLITICO durchgeführt hat, bewerten die Bürger der einzelnen Länder den US-Präsidenten als „stärker und entscheidungsfreudiger“ als ihre eigenen Führungspersönlichkeiten. In Deutschland gaben 74 Prozent an, Trump als stärker als Kanzler Friedrich Merz einzuschätzen, während 26 Prozent ihn als schwächer ansahen. Ähnlich fiel das Urteil in Frankreich und dem Vereinigten Königreich aus: 73 Prozent der Franzosen bewerteten Trump besser als Präsident Emmanuel Macron, und britische Bürger sahen Trump mit 69 zu 31 Prozent überlegen gegenüber Premierminister Sir Keir Starmer.

Die Wahrnehmung der Leistungen ihrer jeweiligen Führer im Umgang mit Präsident Trump fiel ebenfalls eher negativ aus. In Deutschland sagten nur 24 Prozent, dass Kanzler Merz einen guten Job gemacht habe, während 34 Prozent die Leistung als unzureichend bewerteten. Für Macron war das Bild noch düsterer: Nur 16 Prozent seiner Landsleute betrachteten seinen Umgang mit Trump positiv, während 39 Prozent unzufrieden waren.

Reaktionen auf Trumps Führung

Trotz seiner offensichtlichen Bemühungen, sich Trump anzunähern und bessere Handelsbedingungen im Vergleich zu seinen europäischen Amtskollegen auszuhandeln, schnitt Premierminister Starmer nur geringfügig besser ab als Merz. Die Meinungen über seine Beziehungen zu Trump waren in Großbritannien gleichmäßig verteilt, mit 29 Prozent positiv und 29 Prozent negativ.

Es scheint jedoch keine klare Richtung zu geben, in der die Wähler in Übersee wünschen, wie mit Präsident Trump umgegangen werden sollte. Laut POLITICO wünschen sich die meisten, dass Europa im Allgemeinen einen stärkeren Kurs gegenüber dem Weißen Haus verfolgt, während sie von ihren individuellen Führern eine freundlichere Haltung zu Trump erwarten.

Trump und seine Politik in Europa

Die Ergebnisse der Umfrage könnten die Aussage von Präsident Trump untermauern, dass die Führung Europas „schwach“ sei, da sie versuche, politisch korrekt zu sein, was sie schwäche. Die Trump-Administration hat die europäischen Nationen erfolgreich unter Druck gesetzt, ihre NATO-Verteidigungsausgaben zu erhöhen und den Handel zwischen der EU und den USA deutlich zugunsten amerikanischer Produzenten umzugestalten. Zusätzlich drängt das Weiße Haus zunehmend darauf, dass europäische Länder ihre Zensurregeln zurücknehmen und ihre offenen Migrationspolitiken überdenken.

Anfang dieses Monats veröffentlichte die US-Administration ihr Memorandum zur nationalen Sicherheitsstrategie, das die außenpolitischen Ziele der amerikanischen Regierung skizzierte. Das Dokument war deutlich kritisch gegenüber europäischen Verbündeten und warnte davor, dass die gegenwärtigen Trends von Massenauswanderung, Angriffen auf die Meinungsfreiheit und grünen Wirtschaftsmodellen zu einer „zivilisatorischen Auslöschung“ führen könnten.

Im Hinblick auf die künftige Politik deutete das Strategie-Memorandum an, dass Trump weiterhin darauf abzielt, die europäische Politik in seinem Sinne zu beeinflussen. Es wurde angedeutet, dass sein Team darauf abzielt, „patriotische“ Parteien in Europa zu unterstützen, die ein stärker an Trump orientiertes Einwanderungsregime umsetzen würden. Ein populistischer Umbruch in Europa scheint zunehmend wahrscheinlich, da derzeit MAGA-ähnliche Parteien in den Umfragen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland führen.