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In einer eindringlichen Rede hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag eine „tiefe Kluft“ mit dem traditionellen NATO-Verbündeten USA prognostiziert. Er kritisierte die militärischen Aktionen der USA und Israels gegen Iran als „Bruch des Völkerrechts“.

Steinmeier, der zur Feier des 75. Jubiläums des deutschen Außenministeriums in Berlin sprach, erklärte: „So wie es kein Zurück mehr gibt von Russlands umfangreicher Invasion der Ukraine 2022, wird es auch kein Zurück geben zu einem Zustand vor dem 20. Januar 2025“, als US-Präsident Donald Trump erneut ins Weiße Haus einziehen könnte.

Eine Vertrauenskrise im internationalen Kontext

Der Bundespräsident führte weiter aus, dass das Vertrauen in die amerikanische Machtpolitik verloren gegangen sei, und zwar nicht nur unter den verbündeten Staaten, sondern weltweit. Obwohl seine Rolle weitgehend zeremoniell ist, haben seine Worte in Deutschland Gewicht, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Deutschland die Operation Epic Fury und die Angriffe auf Iran bislang nicht offiziell verurteilt hat.

Steinmeiers Aussagen kamen weniger als 48 Stunden nach der Warnung Israels, dass Irans Raketen Berlin erreichen könnten. Der ehemalige Außenminister betonte: „Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender, nur weil wir einen Bruch des Völkerrechts nicht beim Namen nennen.“

Kritik an militärischen Kampagnen

Er bezeichnete den US-israelischen Krieg gegen das islamistische Regime im Iran als „in meinen Augen einen Bruch des Völkerrechts“. Zudem stellte er fest: „Es besteht wenig Zweifel daran, dass die Rechtfertigung eines bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht haltbar ist.“ Diese kriegerischen Maßnahmen bezeichnete Steinmeier als „politisch katastrophalen Fehler“ und als „eine wahrhaft vermeidbare, unnötige Kriegsführung“.

Steinmeier schloss mit der Mahnung, dass „Realismus bedeutet, wir müssen pragmatisch mit dieser US-Administration umgehen und uns auf unsere Kerninteressen konzentrieren“.