Am Samstag wurden etwa 45.000 Haushalte in Berlin nach einem gezielten Anschlag auf Übertragungskabel ohne Strom gelassen. Dies ist der jüngste Akt der Sabotage in einer europäischen Stadt in den letzten Jahren, jedoch der erste Fall, in dem die Behörden ernsthaft versuchen, die Verantwortlichen zu ermitteln.

Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstagabend die Kontrolle über die Ermittlungen zu dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung übernommen und dabei potenzielle Terrorvorwürfe hinzugefügt, nachdem ein gezielter Brandanschlag auf ein Stromkabelnetz 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen betroffen hat.

Rückkehr zur Normalität nach dem Stromausfall

Die endgültigen 19.000 Haushalte wurden erst am Mittwochmorgen wieder mit Strom versorgt, nachdem sie in den vergangenen vier Tagen während eisiger Temperaturen ohne Strom und in manchen Fällen ohne Heizung auskommen mussten. Die Rückkehr von Schulen und Unternehmen verzögert sich, um eine Überlastung der neuen, temporären Stromleitungen zu vermeiden, die in Viertel wie Wannsee, Zehlendorf und Nikolassee verlegt wurden.

Die Berliner Landesregierung begrüßte die vorzeitige Wiederherstellung der Stromversorgung. Dies wurde ermöglicht durch die Erklärung eines großen Notstands, die zentrale Ressourcenzuteilung erlaubte. Feldküchen der Bundeswehr wurden in Berlin eingesetzt, um warme Mahlzeiten zu servieren; Supermärkte mit Notstromaggregaten öffneten ihre Türen, und das Technische Hilfswerk (THW) wurde aktiviert.

Ein Blick auf die Hintergründe der Sabotage

Die Berliner Attacke ist nur die jüngste in einer Reihe ähnlicher Sabotageakte, die sich gegen die empfindlichen Systeme richten, die die moderne Welt und das städtische Leben stützen. Radikale Linke, ultra-Umweltaktivisten und Antifa haben wiederholt Verantwortung für solche Taten übernommen, doch die Regierungen in Europa scheinen wenig Anreiz zu haben, die Hintergründe zu ermitteln. Hohe, öffentlichkeitswirksame Vorfälle wie der Sabotageakt während der Olympischen Spiele in Paris bleiben offiziell ungeklärt, die Täter straffrei.

In dieser Situation könnte sich jedoch etwas ändern. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, die Anwendung von Antiterrorgesetzen im Zusammenhang mit dem neuen Berliner Anschlag zu prüfen, neben Anklagen wegen „verfassungswidriger Sabotage“, Brandstiftung und Störung öffentlicher Dienstleistungen.

Die Debatte um Extremismus

Für die öffentliche Diskussion um den Ursprung der Sabotage wird die Frage nach den angeblich linksradikalen Tätern ebenfalls lebhaft diskutiert. Extremismusexperte Professor Hendrik Hansen äußerte sich kürzlich kritisch gegenüber der bisherigen politischen Einseitigkeit, die sich primär auf Rechtsradikalismus konzentrierte und Islamismus sowie Linksradikalismus vernachlässigte. Er warnte, dass Berlin ein „Sichere Hafen“ für Anarchisten sei und dass es erheblicher personeller Ressourcen bei den Sicherheitsbehörden bedarf, um gegen solche tief verwurzelten, selten überwachten und wenig verstandenen Gruppen vorzugehen.

Die Vulkangruppe, die die Verantwortung für diese Anschläge in Berlin übernahm, sabotiere seit 15 Jahren die Strominfrastruktur und veröffentliche öffentliche Briefe dazu, ohne dass die deutschen Behörden ernsthaft versucht hätten, ihre Identität zu ermitteln. Die Besorgnis über mögliche Stromausfälle wurde über Jahre hinweg als ein Anliegen von rechtsgerichteten Verschwörungstheoretikern abgetan.

Politische Folgen und Reaktionen

Die jüngsten Ereignisse werfen ein grelles Licht auf die „Glaubwürdigkeitsfalle“ der Behörden. Die verstärkte Aufmerksamkeit auf solche Anschläge könnte schließlich Veränderungen in der Sicherheitsstrategie zur Folge haben. Berlins Bürgermeister Kai Wegner erklärte, dass die kritischen Punkte im Stromnetz, wie die Brücke, die Kabel zu einem Kraftwerk führt und am Samstag in Brand gesteckt wurde, zwar anfällig seien, aber geschützt werden könnten. Es gibt weniger als 100 solcher Stellen in der Stadt, und von nun an sollen sie mit Videoüberwachungskameras, Wärmebildsystemen und anderen physischen Sensoren ausgestattet werden.

Es bleibt abzuwarten, wie effektiv solche Maßnahmen sein werden. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands für den Schutz kritischer Infrastrukturen wies darauf hin, dass die Gefahren von koordinierten Attacken an mehreren urbanen Orten nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Würden möglicherweise fünf oder sechs Metropolen in Deutschland attackiert, wie aktuell in Berlin, könnte das System überfordert sein.

Die Eindeutigkeit der politischen Diskussion betrifft auch die rührigen Spekulationen über mögliche Verbindungen der Vulkangruppe zu russischen Saboteuren, die versuchen könnten, durch Schuldzuweisungen an Umweltaktivisten Zwietracht zu säen. Solche Theorien, die sowohl als Instrument der politischen Manipulation als auch als Ausdruck ergriffener Angst umgedeutet werden können, beleuchten die Komplexität und Dringlichkeit, mit der dieses Thema behandelt werden muss.