Eine gemeinsame europäische Polizeiarbeit hat zur Festnahme von zwei Männern geführt, die angeblich deutsche Kriegsgebeine durch Werftarbeiter sabotiert haben. Dies hätte, wenn es nicht entdeckt worden wäre, zu „erheblichen Schäden an den Schiffen“ führen können.

Am Dienstag wurden zwei Männer, ein 37-jähriger rumänischer Staatsbürger und ein 54-jähriger Grieche, im Rahmen einer gemeinsamen Operation zwischen deutschen, rumänischen, griechischen und europäischen Polizeibehörden festgenommen. Ihre Wohnungen wurden durchsucht, und digitale Geräte wurden sichergestellt.

Sabotage im Hamburger Hafen

Die deutschen Staatsanwälte erklären, dass die beiden Männer, die als Auftragnehmer bei der Werft Blohm und Voss in Hamburg beschäftigt sind – einer Tochtergesellschaft des deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall – „mehrere“ Kriegsschiffe im vergangenen Jahr sabotiert haben sollen. Es wird angenommen, dass der rumänische Mann, der als Maler tätig war, 20 Kilogramm (45 Pfund) abrasive Stahlkugeln in den Hauptmotor der brandneuen deutschen Marinekorvette Emden gegossen hat.

Zu den weiteren angeblichen Sabotageakten gehören „durchstochene Frischwasserleitungen, entfernte Tankdeckel und deaktivierte Sicherheitsschalter in der Elektronik des Schiffs“. Mindestens ein weiteres Schiff soll ebenfalls sabotiert worden sein, jedoch ist bislang unklar, wie genau dies geschehen ist.

Folgen und Entdeckungen

Obwohl im letzten Jahr bekannt wurde, dass Vorfälle in der Werft stattgefunden hatten, wurde erst nach den Festnahmen bestätigt, dass die Regierung diese als Sabotageakte einstufte. Bemerkenswerterweise berichtete die deutsche Zeitung Bild, dass einer der angeblichen Saboteure bis zu dieser Woche weiterhin in der Werft beschäftigt war und über mehr als ein Jahr Zugang zu der gesicherten Anlage hatte, nachdem die versuchte Sabotage entdeckt worden war.

Die Tagesschau berichtet, dass der Staatsanwalt erklärte, der Angriff hätte „zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder mindestens zu deren verzögertem Auslaufen geführt, wodurch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gefährdet worden wäre“, wenn das Eindringen des abrasiven Stahls in das Motoröl nicht rechtzeitig erkannt worden wäre.

Hintergründe und historische Vergleiche

Die Namen der festgenommenen Männer wurden gemäß deutschem Datenschutzrecht anonymisiert, jedoch berichtet die griechische Zeitung Protothema, dass der festgenommene Grieche Mitglied der „muslimischen Minderheit“ des Landes ist und in dem Dorf Koptero, in der Rhodopen-Region nahe der türkischen Grenze, festgenommen wurde.

Obwohl die Berichterstattung in den deutschen Medien rund um die angebliche Sabotage unablässig die Bedrohung durch Russland für Europa hervorhebt und gleichzeitig hard-linke Aktivisten ihre Sabotagekampagnen gegen Deutschland verstärkt haben, haben die Staatsanwälte bisher keine Hinweise darauf gegeben, warum die Männer angeblich die Schiffe angegriffen haben. Bereits Anfang 2024 wurde ein deutscher Minenjagdschiff in einem anderen Hafen in Rostock sabotiert.

Die Methode, die angeblich gegen die deutsche Kriegsflotte verwendet wurde, stellt eine alte, gut erprobte Form der Sabotage dar. Die CIA-Vorläuferorganisation, das Office of Strategic Services, bildete Saboteure aus, um feinen Metalldust in Motoren einzubringen, um diese zu zerstören, ohne offensichtliche Sabotage und die Gefahr der Entdeckung zu riskieren. In nun deklassifizierten Dokumenten aus dem Jahr 1944 wird etwa empfohlen:

„Geben Sie Metallstaub oder Späne, feinen Sand, zerstoßenes Glas oder ähnliche harte, körnige Substanzen direkt in die Schmiermittelsysteme. Diese werden glatte Oberflächen abtragen und Kolben, Zylinderwände, Wellen und Lager ruinieren.“

In der Vergangenheit gab es immer wieder Verdachtsmomente auf ähnliche Sabotageakte gegen Kriegsschiffe. So wird angenommen, dass Metallstaub, der absichtlich in den Motor eingeführt wurde, eine mögliche Ursache für Schäden am U-Boot HMS Usk im Jahr 1941 war. Auch die britische Flugzeugträger HMS Terrible wurde angeblich 1948 sabotiert, als Bolzen in das Hauptgetriebe geworfen wurden, wobei potenzielle Kommunisten in den Werften verdächtigt wurden.

Die britische Regierung war sich dieser Probleme während des Kalten Krieges so bewusst, dass ihr Inlandsgeheimdienst MI5 Listen bekannter Kommunisten führte, um sie im Kriegsfall zusammenzutragen und so die Gefahr der Sabotageaktionen gegen die Verteidigungsindustrie und die nationale Infrastruktur zu minimieren.