Eine gewaltsame Silvesternacht in Deutschland endete mit einem Angriff auf eine weibliche Live-Streamer, die während ihrer Übertragung auf den multikulturellen Straßen Kölns angegriffen wurde.
Kurz bevor die Uhr Mitternacht schlug, war die in Köln ansässige Twitch-Streamer Kunshikitty, die fast eine Viertelmillion Follower auf der Plattform hat, in einem leuchtend pinken Outfit live unterwegs. Während sie durch eine Menge überwiegend aus Männern mit ausländischem Hintergrund ging, wurde sie mit einem unbekannten Objekt am Kopf getroffen.
Angriff auf die Streamerin
„Aua, aua, ich wurde von etwas getroffen. Ich wurde am Kopf getroffen“, sagte sie, wie die Bild-Zeitung berichtet. Minuten später wurde sie erneut von einem Feuerwerksprojektile getroffen, woraufhin sie bemerkte: „Ich denke, wenn ich ein zwei Meter großer Türsteher wäre, hätten sie das nicht gemacht.“ Anschließend erklärte sie, dass sie beabsichtige, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Die angedeuteten Übergriffe fanden am zehnten Jahrestag der Silvesternacht 2015 statt, bei der über tausend Frauen in Deutschland sexuellen Übergriffen oder Vergewaltigungen ausgesetzt waren, darunter Hunderte im Stadtzentrum von Köln.
Breitere Gewalt in der Silvesternacht
Diese Vorfälle fielen in einen Kontext breiterer Gewalt in ganz Deutschland und Europa in der Silvesternacht. Laut dem Sender NTV wurden Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Polizeibeamte im ganzen Land angegriffen, viele von ihnen mit Feuerwerkskörpern und anderen improvisierten Projektilen.
Andreas Roßkopf, der Leiter der Bundespolizei des GdP-Polizeigewerkschaft, erklärte, dass während des Abends Hunderte von Festnahmen vorgenommen wurden und kommentierte: „Wir erwarten zügige rechtliche Verfahren mit konsequenten Strafen. Die Kollegen, die sich in Gefahr bringen, erwarten das. Es geht nicht mehr nur darum, Feuerwerkskörper zu verbieten, sondern um ernsthafte Angriffe auf unsere Rechtsstaatlichkeit.“
Verluste und Gewalteskalation
Unterdessen verloren mehrere Menschen ihr Leben in Vorfällen, die mit Feuerwerkskörpern in Verbindung gebracht wurden, darunter eine 88-jährige Frau, nachdem ein Feuerwerk ein Feuer auf ihrem Balkon in Würzburg ausgelöst hatte. Auch zwei 18-Jährige kamen in Bielefeld ums Leben, nachdem sie tödliche Gesichtsverletzungen durch selbstgebastelte Feuerwerkskörper erlitten hatten.
Gewalttaten wurden auch in anderen europäischen Ländern verzeichnet, darunter in den Niederlanden, wo mindestens 250 Personen festgenommen wurden. In der Stadt Utrecht wurde die Polizei mit schwerem Feuerwerk angegriffen, wobei die Beamten „massiv und fast durchgehend von Gruppen junger Leute angegriffen“ wurden. Die lokale Polizei setzte mehrfach Wasserwerfer ein, um die Jugendlichen in Schach zu halten.
Nine Kooiman, die Leiterin der niederländischen Polizeigewerkschaft, beschrieb die Silvesterevents als von einer „beispiellosen Menge an Gewalt gegen Polizei und Rettungsdienste“ geprägt. Sie berichtete, dass sie während der Nacht persönlich mehrfach angegriffen wurde.