Am Donnerstag reiste die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit dem Intercity-Express (ICE) nach München, um an der Sicherheitskonferenz teilzunehmen. Diese Veranstaltung hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht, als Vizepräsident JD Vance von seinem Podium aus deutliche Worte zu den Krisen in Europa fand.

Hillary Clinton kam mit einem Hochgeschwindigkeitszug der Deutsche Bahn auf Plattform 22 an, begleitet von einem Sicherheitsteam und einem bewaffneten Bundespolizisten. Michaela Kuefner, die Chefredakteurin für Politik bei Deutsche Welle News, berichtete, dass die vierstündige Fahrt möglicherweise weniger bequem ausfiel, da es eine Störung beim Bordservice gab.

Reise zur Sicherheitskonferenz

„Hillary Clinton kommt mit dem Zug aus Berlin an… Keine Fragen zu den Akten. Keine heißen Getränke wegen eines Stromausfalls im Bistro während der Hälfte der Fahrt“, bemerkte Kuefner. Öffentliche Züge sind selbst in der ersten Klasse sicherlich nicht die bevorzugte Wahl für Überseereisende, aber ein bundesweiter Flugstreik in Deutschland könnte Clinton keine andere Wahl gelassen haben.

Hunderttausende von Flügen wurden am Donnerstag aufgrund von Streiks über Rentenleistungen gestrichen. Die nationale Fluggesellschaft Lufthansa hatte täglich zehn Shuttle-Flüge zwischen Berlin und München im Angebot, gab aber bekannt, dass Passagiere mit inländischen Flügen ihre Tickets ohne zusätzliche Kosten gegen ein Zugticket für die entsprechende ICE-Verbindung eintauschen konnten.

Die Münchener Sicherheitskonferenz

Die Münchener Sicherheitskonferenz, die zu den bedeutendsten geopolitischen Ereignissen des Jahres zählt, beginnt am Freitag und dauert bis Sonntag. Die Veranstaltung, an der regelmäßig Staats- und Regierungschefs sowie führende Sicherheitsexperten teilnehmen – und Hillary Clinton nicht unbekannt ist – erlangte 2025 besondere Aufmerksamkeit, als das Event als eine der ersten Gelegenheiten für die neue US-Außenpolitik in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump diente.

Damals berichtete Vizepräsident JD Vance den versammelten Delegierten, dass die US-Regierung den Drift Europas von der Demokratie zur Zensur „schockierend“ finde und warnte, dass der größte Feind Europas jetzt „die Bedrohung von innen“ sei. Vance sagte: „Wir müssen mehr tun, als über demokratische Werte zu reden, wir müssen sie leben.“ Die Kritik wurde so schlecht aufgenommen, dass Christoph Heusgen, der Konferenzleiter und Top-Diplomat, in Tränen ausbrach.

Erwartungen für die laufende Konferenz

In diesem Jahr wird Außenminister Marco Rubio die US-Delegation zur Konferenz leiten. Die Associated Press berichtet, dass die Konferenz „vorsichtig“ seiner Ankunft entgegensieht, während US-Beamte anmerken, dass seine Rede beabsichtigt sei, „weniger kontrovers, aber philosophisch ähnlich“ wie Vances Rede von 2025 zu sein.