Am Samstagmorgen sorgte die Einfangaktion von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro durch die Trump-Administration für empörte Reaktionen unter den Sozialisten in Europa.

In einer Serie von nächtlichen Angriffen und Razzien, die vom US-Präsidenten Donald Trump angeordnet und von der Eliteeinheit Delta Force durchgeführt wurden, wurde Nicolás Maduro zusammen mit seiner Frau gefasst. Ihnen drohen in den Vereinigten Staaten strafrechtliche Anklagen wegen des Verdachts auf Narco-Terrorismus.

Folgen für Venezuela und die internationale Politik

Die Absetzung von Maduro könnte das Ende von fast drei Jahrzehnten sozialistischer Herrschaft in Venezuela bedeuten, das einst zu den wohlhabendsten Ländern Südamerikas zählte und mittlerweile zu einem der ärmsten Länder der Region heruntergewirtschaftet wurde.

Trotz einer langen Liste wirtschaftlicher Misserfolge, zahlreicher mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen und Vorwürfen des Wahlbetrugs, um an der Macht zu bleiben, genoss das Regime in Caracas über viele Jahre hinweg die Unterstützung sozialistischer Gruppen in Europa. Dazu gehörte auch der ehemalige Labour-Parteichef Jeremy Corbyn aus Großbritannien, der Hugo Chávez, den ehemaligen sozialistischen Führer, nach dessen Tod 2013 für sein angebliches Engagement für die Armen lobte.

Reaktionen der europäischen Sozialisten

Als Reaktion auf die Festnahme Maduros äußerte sich Corbyn und bezeichnete die US-Aktion als „unprovozierten und illegalen Angriff auf Venezuela“. Er sprach von einem „dreisten Versuch, die Kontrolle über die venezolanischen Rohstoffe zu sichern“ und warnte, dass dies eine ernsthafte Bedrohung für das Leben vieler Menschen darstelle.

Seine Co-Leiterin von der far-left Your Party, Zarah Sultana, bezeichnete diesen Schritt als „nackten US-Imperialismus“ und forderte eine klare Verurteilung vom Labour-Regierung unter Keir Starmer. „Solidarität mit dem venezolanischen Volk“, fügte sie hinzu.

Nicht nur in Großbritannien regte sich Widerstand. Auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon aus Frankreich nannte die US-Maßnahme eine „Verletzung der Souveränität Venezuelas“. Mélenchon warnte davor, dass Drogenhandel zum Vorwand für militärische Interventionen werde, und betrachtete dies als eine Bedrohung für den Frieden weltweit.

Deutschland und die Stellungnahme von Die Linke

In Deutschland meldete sich Ines Schwerdtner, die Co-Vorsitzende der Partei Die Linke, zu Wort und sprach von „Staatsterrorismus“ seitens der Trump-Administration. Sie forderte: „Hände weg von Venezuela! Wer internationales Recht verletzt und Präsidenten entführt, begeht brutalen Staatsterrorismus.“ Sie möchte, dass die Bundesregierung die US-Attacke umgehend verurteilt.

In Spanien äußerte sich Ione Bellarra, die Vorsitzende der Podemos-Partei, und forderte Madrid auf, die Beziehungen zu den USA einzustellen, da diese eine „Gefahr für die Welt“ darstellten und imperialistische Aggressionen zeigten.