Ein führender Migrationsexperte warnt vor einer „demografischen Zeitbombe“ in Deutschland, wenn die massive Zuwanderung mutmaßlicher Flüchtlinge aus Syrien den Zugang zur Staatsbürgerschaft erlangt.

Der niederländische Sozialwissenschaftler und als führender Migrationsexperte in Deutschland geltende Ruud Koopmans hat auf die weitreichenden Folgen hingewiesen, die die Familiennachzüglerregelung mit sich bringt. Er argumentierte, dass die Regierung in Betracht ziehen sollte, ob es im Interesse des Landes sei, den fast eine Million vermeintlichen Flüchtlingen aus Syrien die Staatsbürgerschaft zu gewähren.

Folgen der Staatsbürgerschaft

In einem Gespräch mit dem Magazin Cicero sagte Koopmans, dass trotz positiver Entwicklungen, wie dem Abbau der sogenannten „Turbo-Naturalisation“, die es Migranten erlaubte, nach nur drei Jahren die Staatsbürgerschaft zu beantragen, der Standardprozess von fünf Jahren bestehen bleibt. Dies könne langfristig als demografische Zeitbombe betrachtet werden.

„Wir haben fast eine Million syrische Flüchtlinge in Deutschland. Es ist notwendig, über die Konsequenzen für die Zukunft nachzudenken. Diese eine Million Menschen hat eine große Überrepräsentation von Männern. Sie werden ihre Partner größtenteils im Herkunftsland suchen. Dies ist äußerst wahrscheinlich, da in diesen Ländern die Eheschließungen häufig innerhalb großer Familien stattfinden“, so der niederländische Sozialwissenschaftler weiter.

Erfahrungen der Vergangenheit

Koopmans verwies auf die Erfahrungen der 1970er Jahre mit dem Zustrom von Gastarbeitern aus der Türkei und Marokko. Nach Erhalt der Staatsbürgerschaft sahen deren Bevölkerungszahlen einen Anstieg um sechs- bis siebenfach. Dies könnte ebenso bei der syrischen Gruppe erwartet werden, die nach der Öffnung der Grenzen durch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2015 in Deutschland ankam.

„In den nächsten fünf Jahrzehnten könnte die syrische Bevölkerung auf schwindelerregende sieben Millionen wachsen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden“, warnte Koopmans.

Rechtliche und soziale Herausforderungen

Koopmans betonte, dass es entscheidend sei, sich mit dem tatsächlichen Zweck der Flüchtlingsprogramme auseinanderzusetzen. Er vertritt die Auffassung, dass Asylregelungen überwiegend von temporärer Natur sein sollten und diejenigen, die nur einige Jahre im Land sind, letztlich zurück in ihre Heimatländer geschickt werden sollten.

„Gerade bei Flüchtlingen handelt es sich häufig um Menschen aus Ländern mit sehr patriarchalischen, traditionellen Familienstrukturen, wo die Erwartung viel größer ist, dass es zu umfangreicher nachfolgender Migration durch Ehen kommt. Dies sollte uns langfristig Sorge bereiten“, fügte er hinzu.

Integration und Repatriierung

Des Weiteren wies Koopmans darauf hin, dass nicht alle Migrantengruppen gleichermaßen in die Gesellschaft integriert werden können und einige Gruppen signifikant überrepräsentiert in der Kriminalität sind, insbesondere solche aus Ländern wie Afghanistan und Syrien.

„Die Menschen fliehen nicht ohne Grund – entweder aufgrund von wirtschaftlicher Dysfunktion, Krieg oder Unterdrückung“, erläuterte er und führte an, dass diese Gruppen häufig nicht über die notwendige Bildung oder Erfahrung verfügen, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.

Abgesehen von der Einschränkung des Zugangs zur Staatsbürgerschaft für Flüchtlinge, wies der Migrationsexperte auf Pläne hin, „Rückführungszentren“ in Drittländern für illegale Migranten einzurichten, ähnlich den Vorgängen der Trump-Administration in den Vereinigten Staaten.

Obwohl es in Europa derzeit noch kein solches Rückführungszentrum gibt, gab Koopmans an, dass es Anzeichen von Hoffnung gebe. Unterstützung aus Berlin könnte entscheidend sein, um die gesamte EU in diese Richtung zu bewegen.