Die JPMorgan Securities (JPMS), die Brokerage-Einheit des großen Bankenunternehmens, sieht sich aufgrund von Vorwürfen, einen ehemaligen Broker mit einem risikobehafteten Handelsansatz nicht ausreichend beaufsichtigt zu haben, mit einer mehrmillionenschweren Geldstrafe konfrontiert.

In einem Letter of Acceptance, Waiver and Consent beschuldigt die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) JPMS, zwischen Januar 2016 und April 2020 nicht angemessen auf die Handlungsmuster eines ehemaligen Brokers reagiert zu haben, der seinen Kunden eine unsichere Anlagestrategie empfohlen habe.

Vorwürfe gegen JPMS

FINRA wirft dem Broker vor, große konzentrierte Positionen in hochverzinslichen Wertpapieren unter Einsatz von Leverage eingenommen zu haben. Leverage bedeutet, dass Kapital von einem Broker oder einer Börse geliehen wird, um mit einer kleineren Investition größere Positionen zu kaufen. Zwar kann dies die Renditen erhöhen, jedoch auch die Verluste vergrößern, wenn sich der Markt gegen die Position entwickelt.

Nach Angaben der FINRA erlitten Kunden, die den Empfehlungen des Brokers folgten, zwischen März und April 2020 Verluste, als die Marktvolatilität aufgrund der Pandemie anstieg. Die Aufsichtsbehörde berichtet, dass JPMS-Kunden deswegen Margin Calls erhielten, da der Wert ihrer gehebelten Positionen sank. Viele waren gezwungen, einen signifikanten Teil ihrer Bestände zu liquidieren und erlitten dabei erhebliche Verluste.

Die Strafe und deren Folgen

FINRA stellt fest: „Die Firma hat es versäumt, angemessene Maßnahmen als Reaktion auf die in der relevanten Periode identifizierten Warnsignale bezüglich der Handelsaktivitäten des Vertreters und dessen eigenmächtiger Entscheidungen ohne schriftliche Genehmigung zu ergreifen. JPMS hat daher gegen die FINRA-Regeln 3110(a) und 2010 verstoßen. JPMS wird verwarnt und mit 3.250.000 US-Dollar bestraft.”

JPMS hat den Bedingungen des Schreibens zugestimmt, ohne die Vorwürfe von FINRA zuzugeben oder zu bestreiten.