Eine neue Klage wirft einer großen US-Bank vor, einen älteren Kunden nicht ausreichend vor einem Betrug zu schützen, durch den er seine Lebensersparnisse verlor. Der Zivilprozess wurde am Superior Court of New Jersey eingereicht und richtet sich gegen die PNC Bank. Der Beschwerde zufolge hätte die Bank die Anzeichen erkennen und verhindern sollen, dass der 76-jährige Rentner Jeffrey Maas Opfer eines Betrugs wurde.
Laut der Klage verlor Maas 390.000 US-Dollar, nachdem er Ziel eines bekannten „Phantom-Hacker-/Kurierbetrugs“ wurde. Alles begann mit einer gefälschten E-Mail, die ihn über eine Belastung von 691,85 US-Dollar für „Norton Antivirus“ informierte. Besorgt über die ihm unbekannte Belastung, rief Maas die Nummer in der E-Mail an und begann, mit den Betrügern zu sprechen.
Betrug und Unachtsamkeit
Die Betrüger überzeugten Maas letztlich davon, dass eine große Geldsumme fälschlicherweise auf sein Konto überwiesen worden sei und er den Fehler beheben müsse, indem er Goldmünzen kaufe. Dazu sollte er Geld von seinem Bankkonto an einen Händler für Edelmetalle überweisen und die Münzen dann den Kurieren übergeben. Die Betrüger gaben sich als Vertreter von PayPal und PNC Bank aus.
In der Klage wird angeführt, dass die Mitarbeiter der PNC Bank etwas hätten bemerken müssen, als Maas an aufeinander folgenden Tagen zwei große und ungewöhnliche Überweisungen durchführte. Außerdem hätten die Bankmitarbeiter erkannt, dass Maas wahrscheinlich ein Opfer eines Betrugs war, da er während der Überweisungen weiterhin mit den Tätern am Telefon sprach.
Vorwürfe gegen Edelmetallhandler
Auch die American Coin and Stamp Company, ein Edelmetallhändler aus New Jersey, wird in der Klage wegen Fahrlässigkeit beschuldigt. Sie sollen Maas innerhalb von zwei Tagen Gold im Wert von 390.000 US-Dollar verkauft haben, ohne ihm relevante Fragen zu stellen, um zu prüfen, ob er betrogen wurde. Der Anwalt von Maas, Steve Cohen, Partner bei Pollock Cohen LLP, erklärt: „Banken und Edelmetallhändler sind rechtlich verpflichtet, bei der Erkennung und Verhinderung dieser Art von finanzieller Ausbeutung älterer Menschen zu helfen.“
Ein angeblicher Betrüger, Jaynesh Patel, wird ebenfalls in der Klage genannt und wurde festgenommen, nachdem Maas Fotos eines der Courier-Fahrzeuge an die Polizei übergeben hatte. Patel wurde wegen Verschwörung und Betrugs in zweiter Instanz angeklagt. Die Klage verlangt, dass Maas’ gestohlene Gelder zurückerstattet werden.


