Die europäische Krypto-Landschaft steht vor einem Umbruch, seit die EU die Markets in Crypto Assets (MiCA)-Regulierung verabschiedet hat. Diese neue Regulierung zielt darauf ab, die digitale Vermögensbranche in der Region zu transformieren, indem sie striktere Anforderungen an Krypto-Dienstleister stellt. Ein Beispiel für einen Anbieter, der bereits reagiert hat, ist Swissborg. Die in der Schweiz ansässige Krypto-Vermögensplattform hat eine MiCA-Lizenz erhalten und betreut mittlerweile 1 Million registrierte Nutzer mit einem verwalteten Vermögen von 1,3 Milliarden USD.
Jeremy Baumann, COO von SwissBorg, hat betont, dass die Wirtschaftlichkeit des Krypto-Brokerage in schwächeren Marktzyklen eine echte Herausforderung darstellen kann. Er erwartet, dass globale Plattformen ihre Kapital- und Betriebsressourcen neu bewerten, was möglicherweise zu einem Markt mit weniger, aber robusteren Akteuren führen könnte. Diese Veränderungen könnten auch die Zahl der weniger strukturierten Anbieter verringern, da die MiCA die regulatorischen und operativen Standards für die Bedienung europäischer Kunden erheblich erhöht.
Regulatorische Rahmenbedingungen und Auswirkungen
Mit der MiCA-Verordnung wird auch ein zentrales Register eingeführt, das von der ESMA (European Securities and Markets Authority) veröffentlicht wird. Dieses Register wird Informationen über White Papers für Krypto-Assets, Emittenten von asset-referenced tokens, autorisierte Krypto-Asset-Dienstleister und nicht konforme Entitäten enthalten. Die Frist für die Veröffentlichung des Registers ist der 30. Dezember 2024. Ein vorläufiges Register wird bereits bis Mitte 2026 auf der MiCA-Webseite zur Verfügung stehen und regelmäßig aktualisiert.
Die MiCA zielt auch darauf ab, den Anlegerschutz zu erhöhen und Rechtssicherheit für Innovationen im Distributed-Ledger-Bereich zu schaffen. Die Bestimmungen zu vermögenswertreferenzierten Kryptowerten und E-Geld-Token treten voraussichtlich im Juli 2024 in Kraft, während der Großteil der Verordnung ab Anfang 2025 wirksam wird. Anbieter von Kryptowerten müssen ein Whitepaper erstellen und den Aufsichtsbehörden übermitteln, um eine Genehmigung zu erhalten. Dies wird insbesondere für das öffentliche Angebot von E-Geld-Token und vermögenswertreferenzierten Token von Bedeutung sein.
Die Rolle von SwissBorg und zukünftige Entwicklungen
SwissBorg hat bereits einen Vorfall im September 2025 erlebt, bei dem weniger als 1% der Nutzer betroffen waren: 192.600 SOL (41,5 Millionen USD) wurden aus einer externen Wallet gestohlen. Dieser Vorfall wurde durch eine kompromittierte API eines Partners verursacht, was die Robustheit der eigenen Plattform unterstreicht. Baumann ist optimistisch, dass sich Yield- und Staking-Produkte in Richtung klarerer Offenlegungen und stärkerem Risikomanagement entwickeln werden.
Zusätzlich hat SwissBorg eine Genehmigung in Frankreich beantragt, das als eines der strengeren regulatorischen Jurisdiktionen in Europa gilt. Durch die Validierung der internen Kontrollen, Risikomanagementsysteme und Schutzmaßnahmen für Benutzervermögen wird SwissBorg seine europäischen Operationen von Estland auf die neu autorisierte französische Krypto-Asset-Service-Provider (CASP) Einheit migrieren. Zielmärkte sind Deutschland, die Niederlande, Italien und Spanien.
Mit der Einführung der MiCA-Verordnung wird die EU auch einen entscheidenden Schritt in Richtung mehr Transparenz und Sicherheit im Krypto-Sektor machen. Dies könnte auch dazu beitragen, das Vertrauen der Nutzer in digitale Vermögenswerte zu stärken und die Akzeptanz von Krypto-Dienstleistungen weiter voranzutreiben. Die regulatorische Klarheit, die die MiCA bietet, wird für viele Akteure in der Branche von entscheidender Bedeutung sein, um sich in einem sich ständig verändernden Marktumfeld zu behaupten.