Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben erneut die Märkte durcheinandergewirbelt. Sorgen über ein Wiederaufflammen des Iran-Krieges drücken die Stimmung und sorgen für Turbulenzen im Kryptomarkt. Aktuell notiert Bitcoin (BTC) mit einem Minus von 2,7 Prozent bei 75.043 US-Dollar, während Ethereum (ETH) um 4,1 Prozent auf 2.308 US-Dollar gefallen ist. Die Unsicherheiten sind vor allem auf die Uneinigkeiten in den Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien zurückzuführen.
Die Situation eskalierte nach der erneuten Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, die nach einer kurzen Phase der Öffnung wieder geschlossen wurde. Diese strategisch wichtige Handelsroute ist für den Transport von fossilen Brennstoffen von entscheidender Bedeutung. Berichten zufolge sind auch Kampfhandlungen aus dem Libanon gemeldet worden, während Israel am Samstag Operationen gegen „Terrorzellen“ durchführte. In einem tragischen Vorfall wurde ein französischer Soldat bei einem Angriff auf UN-Friedenstruppen im Libanon getötet, wobei die Hisbollah als verantwortlich gilt.
Die Straße von Hormus und Bitcoin
Im Kontext dieser Spannungen hat der Iran seine Kontrolle über die Straße von Hormus verstärkt. Laut einem Bericht der Financial Times verlangt der Iran Gebühren für die Passage, die in Bitcoin zu entrichten sind. Diese Gebühr beträgt umgerechnet einen US-Dollar pro Barrel Rohöl. Hamid Hosseini, ein Vertreter der iranischen Union für Öl, Gas und Petrochemie, bezeichnete diese Gebühren als Zölle. Schiffe müssen vor der Durchquerung geprüft und die Gebühren bezahlt werden, während leere Tanker freie Durchfahrt haben.
Die Zahlung in Bitcoin muss innerhalb weniger Sekunden erfolgen, um Rückverfolgbarkeit und mögliche Beschlagnahmungen zu vermeiden. Ein durchschnittlicher Öltanker transportiert zwischen 800.000 und einer Million Barrel, was Gebühren von bis zu einer Million US-Dollar, also etwa 14 BTC, bedeutet. Diese Entwicklung wird von Krypto-Unternehmern positiv bewertet, da sie eine neue Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel im internationalen Handel darstellt.
Geopolitische Risiken und ihre Auswirkungen auf den Kryptomarkt
Die geopolitischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA erhöhen die Unsicherheit auf dem Kryptomarkt. Immer wieder kommt es zu Schwankungen bei Bitcoin und Ethereum, die stark von den politischen Entwicklungen beeinflusst werden. Der Kryptomarkt hatte zwar kurzfristig eine Erholung erlebt, doch der Verkaufsdruck ist aufgrund der anhaltenden Spannungen erneut gestiegen. Der weltweite Kryptomarkt bewertet sich aktuell bei 2,59 Billionen Dollar, was einem leichten Anstieg von 0,89 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht.
US-Präsident Trump hatte behauptet, der Iran habe zugestimmt, die Straße von Hormuz offen zu halten, was jedoch von iranischen Beamten als falsch und irreführend zurückgewiesen wurde. Iranische Offizielle betonen, dass es kein endgültiges Abkommen gibt und die Straße von Hormuz wieder geschlossen wurde, als Reaktion auf die US-Blockade iranischer Häfen. Diese Entwicklungen führen zu einem „Risk-off“-Umfeld für die globalen Finanzmärkte, was bedeutet, dass Marktteilnehmer riskantere Investitionen meiden und die Kurse entsprechend schwanken.
Die Zukunft der Straße von Hormus bleibt ungewiss. Während Israel seine militärischen Aktivitäten im Libanon ausweitet, sorgt die Situation dafür, dass die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter zunehmen. Der iranische Außenminister bezeichnete die Ausschreitungen im Libanon als Bruch des Waffenstillstands, was die Lage weiter kompliziert. In dieser angespannten Situation bleibt abzuwarten, wie sich der Kryptomarkt entwickeln wird und ob Bitcoin und Ethereum erneut unter Druck geraten werden.